#67 Textor + Renz

Tex­tor + Renz by Ger­ald von Foris ©

Son­ntag 11. Novem­ber 19 Uhr // Fühlt sich an wie “Nighthawks”, das Bild von Edward Hop­per: men­schen­leeres Draußen, drin­nen sitzt ein Typ vor seinem Glas, der aussieht wie Humphrey Bog­a­rt oder kön­nte auch Neil Young gewor­den sein. Der sich anhört wie Nick Drake. Und dann ein verk­narzter Sound, das ist entwed­er der Tre­sen oder Marc Ribots Gitarre? „The Days Of Nev­er Com­ing Back And Nev­er Get­ting Nowhere“ ist der Titel des Albums, es ist von Tex­tor und Renz. 1 Kon­tra­bass, 1 E-Gitarre, 2 Stim­men. Die bei­den scheinen zu Hause fremd zu sein und wo sie fremd sind zu Hause. Beziehen sich auf John­ny Cash und Hank Williams, tun dies aber auf eine fast unterkühlte Weise. Seit Tom Waits war keine Lakonie so cool wie ihre.

Der Sound, den sie beispiel­sweise zu „Boom Clack“ machen, beste­ht von A bis Z aus „Boom“ und „Clack“. Das klingt für sich genom­men nicht sehr erhel­lend, wenn Tex­tor und Renz das spie­len, hört man mehr, als sie je spie­len kön­nten. Sie lassen den Tönen Zeit, sich angreif­bar zu machen, dazu braucht man Mut und mehr als das: ein Gefühl fürs Tim­ing. Zeit­ge­fühl. Hen­rik von Hol­tum und Hol­ger Renz spie­len seit neun Jahren zusam­men.

Das ist eine Menge Zeit, um in die Jet­ztzeit zu gelan­gen. Ihr neues Album, bei Trikont erschienen, haben sie tat­säch­lich kom­plett live einge­spielt. Tech­nis­che Per­fek­tion kann man sich im Stu­dio zusam­men trick­sen, das Live­feel­ing nicht. Tex­tor übri­gens ist ein Teil der leg­endären Hip-Hop-Helden von Kinderz­im­mer Pro­duc­tions, das mal so neben­bei. DIE ZEIT hat eben­falls ein Gefühl für das Zeit­ge­fühl der bei­den entwick­elt:

Radikaler und min­i­mal­is­tis­ch­er geht Song­writ­ing nicht. Jed­er Zupf am Kon­tra­bass ver­hallt für sich alleine, tiefe Noten tropfen in die end­lose Weite von Stun­den­zwis­chen­räu­men. Blues? Vielle­icht, doch der Gesang erin­nert eher an Nick Cave als an Mud­dy Waters und die Gitar­ren-Slides vib­ri­eren langsamer, als eine Träne rollen kann. Coun­try? Aber gän­zlich ohne Fransen und Ziernähte. Selb­st das mantraar­tige Zitat ‘Rock’n’Roll is here to stay’ zwingt nie­man­den zu gar nichts, diese Songs brauchen keine Genre-Heimat.“

Sie brauchen den urban urtyp Kubus.


TEXTOR + RENZ | urban urtyp #67

» Son­ntag 11. Novem­ber | 19 Uhr
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