#16 Einar Stray // Me And My Drummer

“Pop ist eine Haltung.” Das hat Michael Wollny gesagt, urban urtyp #15. Wollny kommt vom Jazz, und er, der große Improvisateur, der hier ein sagenhaftes Bochum-Konzert gespielt hat, der Jazzer sagt, für ihn sei es der Pop, der für “Kompromisslosigkeit” stehe. Für diesen “unbedingten Willen, eine eigene Musik zu kreieren”. Ein Eigenes ist das, in dem nichts uneigentlich ist, sondern “jede Note so gemeint” wie man sie spielt. Wenn man Einar Stray hört, den 21jährigen aus Oslo, hört man sofort, was Wollny meint: Kein Ton gibt vor, was anderes zu sein als eben dieser Ton. Pop ist eine Haltung, ein Ton, der die Musik macht. Es gibt ein Video, da sitzen Stray & Friends in einer Art Ferienwohnung rum …

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#15 Review

Michael Wollnys Bochum Concert: “Intimer geht nicht”, titelte Max Florian Kühlem in den Ruhr Nachrichten: “Eine intimere Atmosphäre als in diesem transparenten Kubus ist kaum vorstellbar.” Der Raum ist dicht gefüllt, Wollny muss seinen Weg durchs Publikum erst finden, und Max beschreibt die Suche nach dem Anfang: “Ein kleines Motiv in der linken, eine Antwort von der rechten Hand. Ein impressionistisches Klanggemälde, wie mit Wasserfarben getupft.” Und dann  -  “eine unglaubliche Energie, große Wucht und mitreißende Grooves. Man kommt kaum an Keith Jarrett vorbei, wenn man über Michael Wollnys Solokonzert spricht.” Hier die ganze Kritik.

Und hier die Review auf ruhrjazz.net, wo sie, um das mal laut zu sagen, eine klasse Arbeit machen:  Brachial und zart | Michael Wollny [solo] in der Christuskirche. Und schöne Fotos macht er auch, der Bernd Zimmermann:

Hier weitere Fotos von AYLA WESSEL | KULTURAGENTÜER: Weiterlesen

#15 Michael Wollny

Michael Wollny  -  Foto: Anna MeuerErst war er der “Senkrechtstarter”, dann ein “Komet der Szene”, dann “deutsches Jazz-Wunder”. Dann wurde sein Spiel als “großer europäischer Jazz” gelobt, anschließend als “Weltklasse”, und neulich haben sie ein Konzert von ihm mit dem “Köln Concert” von Keith Jarrett verglichen. Das ist kurz vor der Ewigkeit. Der Mann ist knapp über 30.

Und völlig unbeeindruckt. “Es bringt nicht viel, Vorschusslorbeeren anzuhäufen”, sagt er, “es geht doch immer nur um den Moment, in dem man spielt.”

Von allen Seiten wird er dafür beglückt bestaunt, von Klassik-Freunden, Jazz-Enthusiasten, der Indie-Szene: “Für mich”, sagt er, “war Klavierspielen immer schon beides, Improvisation und Mozart spielen.” Wollny ist mit Bach und Björk zusammen aufgewachsen, mit Schubert und Keith Jarrett, mit Ligeti und Messiaen. Er schöpft seine Musik aus der Tradition wie aus der Gegenwart, aus der Tonalität wie aus dem Klang, dem repetitiven Geräusch. Die Genres, sagt der Neu-Berliner, “werden immer offener: Jazz, Alternative, Independent durchdringen sich immer mehr.” Und dann wieder so ein Satz:

“Das Schöne ist, dass man als Musiker jeden Abend von Null beginnt.”

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#14 Review

Downliners Sekt bei der Arbeit | Foto von Ayla Wessel, KulturagentüerTom Thelen | Der in erhabener Ruhe pulsierende Rhytmus des Dub war schon immer ein Fixpunkt im mäandernden Klangkosmos elektronischer Musik. Das durften gut 100 Gäste beim Konzert des Duos “Downliners Sekt” in der Reihe “urban urtyp” in der Christuskirche zwischen den Jahren einmal mehr erleben.

Die vor über zwanzig Jahren unter dem Oberbegriff Techno entstandene Musik kann auch auf eine Achse Kingston-Berlin zurück geführt werden. Was jamaikanische Produzenten wie King Tubby vor vielen Jahren in Vinyl ritzten  -  tiefe, repetitive Bassläufe  -  wurde zur Blaupause dessen, was ein, zwei Generationen später weiße Großstädter ihren digitalen Instrumenten entlockten. Und am Ende einer Genealogie, die in den Studios Kingstons begann, in Berliner Technoclubs und Londoner Dancehall-Schuppen weiterging, steht derzeit, neben vielen anderen, ein Act wie Downliners Sekt.

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“Anarchische Streetart”

Foto: Ayla Wessel | KulturagentüerEs gab da ja diesen Preis dafür, dass wir das Stempeln nicht den Behörden überlassen. “Ein wirklich einfaches, aber überaus zutreffendes Konzept besticht hier durch seine Treffsicherheit.”  -  Urteilte das Preisgericht.  -  “Im Prinzip werden die Mittel der anarchischen Streetart auf meisterliche, fast naive, aber nicht einfältige Weise ins Printmedium überführt.” -  Meisterlich naiv? Das Gericht kennt Pauline gut.  -  “Stempel auf Bierdeckel. Wer glaubt, dies sei ewig gestrig, sei eines Besseren belehrt.”  -  Sind wir also ewig morgig.  -  “Kein einfaches Unterfangen.”  -  Hier der ganze Text, den Stempel zu ehren: 2011 Berliner Type Award – Begruendung für Auszeichnung Edenundteam

#14 Downliners Sekt

Ein Rauschen, ein Knistern… etwas braut sich zusammen. Schabend und langsam bauen sich die Tracks auf, und dann setzt dieser unglaublich tiefe Bass ein und der Groove zieht an. Eine körnige Melancholie. London, könnte man vermuten, oder Berlin. Die beiden kommen aus Barcelona, wo es wärmer ist und cooler und sie in Kleinstarbeit aus rauhen Sounds ihre Konstruktionen bauen. Und die sind vor allem eines: dekonstruktiv. Total unangepasst, wie sie die Alle-Hände-in-die-Höhe-Party zerlegen. Und dabei trotzdem Party machen, nur eben keine doofe.

Downliners Sekt gelten gerade als ziemlich heißer Tip. Auf dem Sonar, dem größten Festival für elektronische Musik, haben sie kürzlich Tausende überzeugt. Unter ihren neuen Fans auch Mary Anne Hobbs, die legendäre BBC DJane und Geburtshelferin von Dubstep, dieser einen Musik der 2000er Jahre, seit dem Sommer fährt auch sie auf die abgefahrenen Dekonstruktionen ab.

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#13 Review

Judith Heusch, hochschwanger, und Tobias Schwab. So schön kann Herbst sein. [Und wenn der nette Harry, der diesen und noch mehr Songs bei Youtube eingestellt hat, das nächste Mal kommt, dann stöpseln wir ihn auch in unsere PA ein.]

#13 Patty Moon

"So glücklich, wie sie über Abgründen tanzen": Judith Heusch ist Patty Moon Großes Songwriting, zerbrechlicher Pop. Erinnert die einen an verdiente britische Exentriker wie Nick Drake und Kate Bush, andere an Björk oder die frühe Tori Amos, wieder andere an Cohen und Waits. Aber wie auch immer, fest steht, seit Element of Crime war keine Musik so rätselhaft schön wie die von Patty Moon. Diskret romantisch, ohne Pathos, ohne Dramen, Indie-Pop ohne Bombast. So funktionieren Songs. Weiterlesen