#16 Me And My Drummer // Einar Stray

Charlotte Brandi und Matze Prollöchs sind Me And My Drummer  - Foto: Olga KesslerSie habe höchstens “ein nettes Aufwärmen” erwartet, schrieb Andrea kürzlich auf mittelstern, dem Blog von Dresden Indie Welt: “Geplänkel. Beiläufiges Mitwippen.” Beinahe wäre sie gar nicht hingegangen zum Konzert und wären wir ohne diesen Konzertbericht: Geplänkel?  Mitwippen? “Charlotte fängt an zu singen. Diese Stimme! Halleluja! Was passiert hier? Völlige Verblüffung bei gleichzeitiger Begeisterung. Ein Mann, eine Frau. Ein Schlagzeug, ein Piano. Ein Raum, der plötzlich viel zu klein wird für diese Stimme, diese Kraft, diese Momente …

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#16 Einar Stray // Me And My Drummer

“Pop ist eine Haltung.” Das hat Michael Wollny gesagt, urban urtyp #15. Wollny kommt vom Jazz, und er, der große Improvisateur, der hier ein sagenhaftes Bochum-Konzert gespielt hat, der Jazzer sagt, für ihn sei es der Pop, der für “Kompromisslosigkeit” stehe. Für diesen “unbedingten Willen, eine eigene Musik zu kreieren”. Ein Eigenes ist das, in dem nichts uneigentlich ist, sondern “jede Note so gemeint” wie man sie spielt. Wenn man Einar Stray hört, den 21jährigen aus Oslo, hört man sofort, was Wollny meint: Kein Ton gibt vor, was anderes zu sein als eben dieser Ton. Pop ist eine Haltung, ein Ton, der die Musik macht. Es gibt ein Video, da sitzen Stray & Friends in einer Art Ferienwohnung rum …

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#15 Michael Wollny

Michael Wollny  -  Foto: Anna MeuerErst war er der “Senkrechtstarter”, dann ein “Komet der Szene”, dann “deutsches Jazz-Wunder”. Dann wurde sein Spiel als “großer europäischer Jazz” gelobt, anschließend als “Weltklasse”, und neulich haben sie ein Konzert von ihm mit dem “Köln Concert” von Keith Jarrett verglichen. Das ist kurz vor der Ewigkeit. Der Mann ist knapp über 30.

Und völlig unbeeindruckt. “Es bringt nicht viel, Vorschusslorbeeren anzuhäufen”, sagt er, “es geht doch immer nur um den Moment, in dem man spielt.”

Von allen Seiten wird er dafür beglückt bestaunt, von Klassik-Freunden, Jazz-Enthusiasten, der Indie-Szene: “Für mich”, sagt er, “war Klavierspielen immer schon beides, Improvisation und Mozart spielen.” Wollny ist mit Bach und Björk zusammen aufgewachsen, mit Schubert und Keith Jarrett, mit Ligeti und Messiaen. Er schöpft seine Musik aus der Tradition wie aus der Gegenwart, aus der Tonalität wie aus dem Klang, dem repetitiven Geräusch. Die Genres, sagt der Neu-Berliner, “werden immer offener: Jazz, Alternative, Independent durchdringen sich immer mehr.” Und dann wieder so ein Satz:

“Das Schöne ist, dass man als Musiker jeden Abend von Null beginnt.”

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“Erhaben pulsierende Rhythmen”

Downliners Sekt bei der Arbeit | Foto von Ayla Wessel, KulturagentüerTom Thelen | Der in erhabener Ruhe pulsierende Rhytmus des Dub war schon immer ein Fixpunkt im mäandernden Klangkosmos elektronischer Musik. Das durften gut 100 Gäste beim Konzert des Duos “Downliners Sekt” in der Reihe “urban urtyp” in der Christuskirche zwischen den Jahren einmal mehr erleben.

Die vor über zwanzig Jahren unter dem Oberbegriff Techno entstandene Musik kann auch auf eine Achse Kingston-Berlin zurück geführt werden. Was jamaikanische Produzenten wie King Tubby vor vielen Jahren in Vinyl ritzten  -  tiefe, repetitive Bassläufe  -  wurde zur Blaupause dessen, was ein, zwei Generationen später weiße Großstädter ihren digitalen Instrumenten entlockten. Und am Ende einer Genealogie, die in den Studios Kingstons begann, in Berliner Technoclubs und Londoner Dancehall-Schuppen weiterging, steht derzeit, neben vielen anderen, ein Act wie Downliners Sekt.

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#14 Downliners Sekt

Ein Rauschen, ein Knistern… etwas braut sich zusammen. Schabend und langsam bauen sich die Tracks auf, und dann setzt dieser unglaublich tiefe Bass ein und der Groove zieht an. Eine körnige Melancholie. London, könnte man vermuten, oder Berlin. Die beiden kommen aus Barcelona, wo es wärmer ist und cooler und sie in Kleinstarbeit aus rauhen Sounds ihre Konstruktionen bauen. Und die sind vor allem eines: dekonstruktiv. Total unangepasst, wie sie die Alle-Hände-in-die-Höhe-Party zerlegen. Und dabei trotzdem Party machen, nur eben keine doofe.

Downliners Sekt gelten gerade als ziemlich heißer Tip. Auf dem Sonar, dem größten Festival für elektronische Musik, haben sie kürzlich Tausende überzeugt. Unter ihren neuen Fans auch Mary Anne Hobbs, die legendäre BBC DJane und Geburtshelferin von Dubstep, dieser einen Musik der 2000er Jahre, seit dem Sommer fährt auch sie auf die abgefahrenen Dekonstruktionen ab.

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#13 Patty Moon

"So glücklich, wie sie über Abgründen tanzen": Judith Heusch ist Patty Moon Großes Songwriting, zerbrechlicher Pop. Erinnert die einen an verdiente britische Exentriker wie Nick Drake und Kate Bush, andere an Björk oder die frühe Tori Amos, wieder andere an Cohen und Waits. Aber wie auch immer, fest steht, seit Element of Crime war keine Musik so rätselhaft schön wie die von Patty Moon. Diskret romantisch, ohne Pathos, ohne Dramen, Indie-Pop ohne Bombast. So funktionieren Songs. Weiterlesen