Shalosh

Shalosh ©

Coro­na usw., Konz­ert ange­sagt, wir ver­suchen, es eines nahen Tages nachzu­holen. // Ein Jazz-Piano-Trio? Eine Band, ein Spaß, ein post­mod­ern­er. Eine Welt aus Zitat­en und Ver­weisen, eine Jonglage mit dem, was man  –  erstens  –  ken­nt, was man  –  zweit­ens  –  ganz anders ken­nt und was man  –  drit­tens  –  kön­nte ken­nen kön­nen. Shalosh ist das hebräis­che Wort für 3, die 3 kom­men aus Tel Aviv, dieser grellen, bun­ten, tol­er­an­ten Stadt. Ein­er Stadt am Meer, übers Mit­telmeer kamen immer die fer­nen Dinge, die Sounds der Anderen. In diesem Klanggewirr  –  Ori­ent und Okzi­dent, Afri­ka und Alter­tum, Neuzeit und Nahost usw.  –  sind sie aufgewach­sen in den 90ern, 3 Fre­unde, die für Nir­vana schwärmten und für Brahms, für den Broad­way und für Bad Plus, für Ahmad Jamal und Indie­rock, für Hip-Hop und für Old-School-Jazz, Kam­mer­musik und Clubs, anspruchsvoll und zugänglich, ver­spielt und ger­adeaus … Sie jazzen, wenn sie rock­en. Und rock­en, wenn sie jazzen. Mit ein­er Wucht, wie man sie so nur vom Tingvall Trio ken­nt. „Heavy Jazz“, schrieb das Rolling Stone.

Jazz-Indie, sagen wir. Wie gemacht für urban urtyp, die Indie-Rei­he im Revi­er, so respek­tvoll anti­au­toritär, wie sie spie­len. Und die eigentliche Idee des Jazz beat­men, die Frei­heit, die einen dazu bringt, alles mit allem ins Gespräch zu brin­gen, you nev­er walk alone. Wenn sie diese Broad­way-Hymne der 40er spie­len, denkt nie­mand mehr an die Anfield Road und auch nicht ans West­falen­sta­dion, auf ein­mal hält man diese Melodie, die einem immer etwas ordinär erschien, für “the most epic song ever”. Sagt Pianist Gadi Stern: „Wir mögen epis­che Momente.” Eigentlich, sagt er, sei diese Hymne, von 80 000 gesun­gen, „ein heim­lich­er Jazz-Stan­dard“.

Es hat eine Menge Witz, wie sie so etwas in Jazz über­set­zen oder, anderes Beispiel, einen 80er-Ohrwurm wie „Take On Me“ von a‑ha. Oder, noch ein Beispiel, der Song, den sie über sich sel­ber schrieben, „Chil­dren Of The 90s“, er begin­nt, so erk­lärt es Gadi Stern, „mit ein­er Vier­akko­rd­struk­tur, die du in vie­len 90er Jahre Songs find­est, von da an wird es kom­plex­er.“ Die Gegen­wart begin­nt, die Vier­akko­rd­struk­tur gerät ins Leben. Es ist also nicht so, dass sie aus Kohle Gold machen wür­den, eher ließe sich sagen, dass dieses Trio Gold ent­deckt, wo man sel­ber nur nach Kohle schürft: Shalosh verän­dert das Hören, das eigene. Es gibt, wenn wir über Musik reden, kein schöneres Kom­pli­ment.

Ein paar Facts: Debü­tal­bum 2014, tausend­fach in den Radios von Israel, Brasilien und den USA und dann auch in Eng­land, Polen, Deutsch­land, Öster­re­ich gespielt. Erste Tour, zweites Album, Anfang 2017 erschienen, Gadi Stern beschreibt es mit einem Satz, den man am besten unüber­set­zt lässt:

Shalosh is not just a band, it’s an idea.”

Rules of Oppres­sion wird inter­na­tion­al als eines der besten Alben des Jahres gefeiert. Zweite Tour, jet­zt interkon­ti­nen­tal, drittes Album, es ist 2019 bei ACT erschienen, dem Münch­en­er Label. 

Wo sie hinge­hören. In die Gesellschaft von Michael Woll­ny und Nils Land­gren und Chris Hop­kins et all: so unbeküm­mert, wie sie durch die Weit­en der Musik jam­men, so respek­tvoll, wie sie Stars und Sterne grüßen, so fröh­lich, wie sie durch fremde Weit­en schweifen, und das Wichtig­ste in allem, was sie tun und wie sie spie­len: Es ist, auf respek­tvolle Weise, völ­lig anti­au­toritär. Indie-Jazz eben.


SHALOSH | urban urtyp spezial

» Gadi Stern | piano, keys
» David Michaeli | dou­ble bass
» Matan Assayag | drums

» Son­ntag 17. Mai 2020 | 19 Uhr
» Ein­lass 18:15 Uhr
» VVK 20 zzgl. Geb.
» Tick­ets direkt hier bei uns ordern  –  hier klick­en  –  oder in allen VVK-Stellen bun­desweit