#76 Kid Be Kid

Kid Be Kid ©

Zuerst war da: Julia Kadel, sie spielte mit ihrem Trio dieses phan­tastis­che Konz­ert im Kubus und sprach: Ihr müsste Kid Be Kid hier­her holen! Da war dann also der Name schon mal im Kubus, schön­er Name, eige­nar­tig: Kid ist nicht Kid, sei aber, die sie werde oder so. Dann: Album gehört, kindlich ist diese Musik nicht, wohl aber die Ver­spieltheit, in der sie entste­ht, wir stellen uns vor: Kid Be Kid sitzt in der Mitte ihrer Instru­mente, als habe sie Spielpup­pen um sich herum gebaut, Flügel, Syn­the­siz­er und Mikros, dazu ihre Stimme, und was man dann hört, sind viele Stim­men und Sounds und Geräusche und Rhyth­men, als seien die Dinge um einen herum beseelt. Kid Be Kid beat­boxt sie ins Leben hinein, man sieht eine Frau und hört eine Band? Eine Welt. Ohne Loops, ohne Over­dubs, ohne Pre-Record­ings.

Die dig­i­tale Assis­ten­ten­schaft ent­lassen, Kid Be Kid rührt Rhyth­men und Texte, Har­monien und Melo­di­en in ihrer eige­nen Welt an, im Mund- und Rachen­raum, in ihrem Kopf und Kehlkopf mit Laut­en, die knack­en, knirschen, zis­chen … Hiphop? Jazz!

Sie hat Jazz studiert. Die großen Fes­ti­vals gespielt, das Elb­jazz, das Fusion Fes­ti­val, selb­st das Fes­ti­val Inter­na­tion­al de Jazz in Mon­tréal, eine der promi­nen­testen Büh­nen der Welt. Das also die Liga, das eigentlich Neue: Sie singt nicht ein­fach zum Klavier, sie kom­biniert es mit Vokal-Artis­tik. Sie wollte vor einiger Zeit ein­fach wis­sen, wie dieses bour­geoise Instru­ment mit Beat­box­ing zusam­men klingt, das zent­ner­schwere Gerät mit dem Orch­ester im Kopf:

Naja, es klang ziem­lich geil.“

Hören wir ähn­lich, diese sehr eigen hergestellte Musik, die struk­turi­ert ist und ver­spielt, abge­dreht und ser­iös, hinge­bungsvoll und entrückt, ziem­lich cool und ziem­lich ver­let­zlich. Man sitzt und zählt die Instru­mente, keine Loop-Sta­tion zu sehen, woher dieser Groove, diese Rhyth­men, die ganzen Sounds und Melo­di­en, die poet­is­che Lyrics tra­gen …

Vielle­icht dass es das alles so gar nicht gibt, vielle­icht dass ein Teil von dem, was man hört, im eige­nen Kopf entste­ht, wie gesagt, alles beseelt.


Kid Be Kid | urban urtyp #76

» Son­ntag 8. Mär­zl | 19 Uhr
» Ein­lass 18:30 Uhr
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