Mammal Hands | urban urtyp spezial

Mam­mal Hands by To, Bar­rett ©

Fre­itag 21. Sep­tem­ber // Selbe Insel und gle­ich­es Alter, selbes Label und gle­ich­es Niveau: Mam­mal Hands wer­den behar­rlich mit Gogo Pen­guins ver­glichen und mit Por­ti­co Quar­tet. Das sind keine Vorschus­s­lor­beeren, es ist ein Befund, warum? Weil ihre Musik genau­so eigen­ständig ist, so unvorherse­hbar, unver­wech­sel­bar.

Solche Unab­hängigkeit beruht darauf, dass sie  —  genau wie Gogo Pen­guin, wie Por­ti­co Quar­tet  —  alle Far­ben, die sie nutzen, sel­ber anrühren: Auch bei Mam­mal Hands sind dies Folk und Klas­sik, Spir­i­tu­al Jazz und Elek­tron­i­ka, indis­che Sounds kom­men dazu und dun­kle Min­i­mal Pat­terns, auch Sufi und Trance neben eini­gen Balkan-Vibes, man hört Steve Reich und Philip Glass und das Trällern von Singvögeln im Garten, man kann ein­mal dies und ein­mal das raushören, hat aber ein­fach keine Lust, diese Musik zu zer­legen, weil man längst sel­ber Bestandteil gewor­den ist von ihr: Mam­mal Hands haben sich auf der Insel einen Ruf als her­vor­ra­gende Live-Band erspielt.

Ihre Konz­erte, heißt es, haben hyp­no­tis­che Wirkung: sphärisch und ele­gant, dynamisch und mit dra­matur­gisch majestätis­chen Bögen. Und: Sie spie­len jedes Konz­ert mit dem Anspruch, sich sel­ber zu vari­ieren, zu impro­visieren, eben: zu spie­len. Das klingt nach Gogo Pen­guin, ja, es klingt nach Por­ti­co Quar­tet, ja, es klingt ganz anders, es klingt wie Mam­mal Hands. Nick Smart am Piano, Jesse Bar­rett an Schlagzeug und den Tablas, Jor­dan Smart am Sax­ophon. Und das war es auch schon, kein Bass, keine Vocals, mehr als ein Trio braucht es nicht für die Musik des 21. Jahrhun­derts.

Die drei stam­men aus Nor­wich, sie sel­ber nen­nen ihre Stadt „one of Britain’s most iso­lat­ed and most east­er­ly cities”, dort haben sie sich 2012 als Straßen­musik­er ken­nen gel­ernt und sich dan n —  isoliert vom Main­stream und jen­seits der ange­sagten Trends von Lon­don  —  einen eige­nen Weg durch die Musik­welt gebah­nt. Haben sich in tage- und nächte­lan­gen Ses­sions zusam­menge­spielt, das Impro­visieren zum All­t­ag gemacht, ihre Ideen gemein­sam entwick­elt und die Dynamik ihres Sounds aus ihrer Grup­pen­dy­namik her­aus. Die Band als Lebens­form? Ja, genauer: Die Welt als Trio.

Jesse, der Drum­mer, unter­legt die melodis­chen Lin­ien mit indis­chem Groove, mit den kom­plex­en rhyth­mis­chen Mustern sein­er Tabla. Nick am Piano bringt die europäis­che Klas­sik ein und die Min­i­mal Music des 20. Jahrhun­derts. Jor­dan am Sax richtet sein Spiel aus am Eth­no-Sound von Pharoa Sanders, sein Spiel schöpft aus afrikanis­chen Quellen und eben­so aus Coltranes Großs­tadt-Sound, und unterm Strich stammt dies alles aus Nor­wich, Nor­folk, East of Eng­land.

Eine der aufre­gend­sten Bands, die es zurzeit in Europa gibt, ein urban urtyp spezial. urban urtyp ist die Indie-Rei­he dieser Stadt.


MAMMAL HANDS | Shad­ow Works | Ein urban urtyp spezial

» Fre­itag 21. Sep­tem­ber 20 Uhr
» Ein­lass 19 Uhr
» VVK 20 € inkl. Geb. | hal­ber Preis für alle bis 25 Jahre
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