#74 Jungstötter

Jungstöt­ter aka Fabi­an Alt­stöt­ter ©

Son­ntag 27. Okto­ber // Das größte Prob­lem, das Fabi­an Alt­stöt­ter hat, ist ein Etikett, auf diesem hier ste­ht: „Der deutsche Nick Cave“. Nein. Ist er nicht. Es gibt keinen deutschen Nick Cave, es gibt Fabi­an Alt­stöt­ter aus Lan­dau in der Pfalz, das ist die Sto­ry, sie ist gut. Nick Cave kam aus War­rackn­abeal.

Aus Lan­dau-Pfalz kamen Sizarr, Indie-Rock-Band mit etwas Punk in den Biogra­phien und das zu ein­er Zeit, als Punk per­du war und zwar läng­stens. Vor zehn Jahren etwa stieß Fabi­an Alt­stöt­ter zu Sizarr, die Band  —  P.A. Hülsen­beck an den Synth, Marc Übel an den Drums  —  hat­te Erfolg, spielte zwei hochgelobte Alben ein, spielte große Fes­ti­vals und löste sich auf. Punk eben. Indie sein. Das allein ist eine Sto­ry, Weit­er­lesen

Emika! ein uu-spezial im Oktober

Emi­ka 2017 im uu-Kubus by Adam C. Glagla

Sam­stag 19. Okto­ber // Ist das prä, ist das post, fragte SPEX, es ist egal. Es ist dunkel und eisklar, es ist Dub und dritte Dimen­sion, es ist Triphop und Tiefe. Eine tiefe Tiefe, das Gefühl, in etwas zu ger­at­en, das einen umwölbt. Und dann sind da Reste der Klas­sik in Pop gelegt und Reste des Pop in Klas­sik, als sei es akustis­ches Aspik. Prä? Post? Emi­ka.

Bürg­er­lich: Ema Jol­ly, aufgewach­sen in  Weit­er­lesen

#75 Philipp Rumsch

Philipp Rum­sch by Antje Kroeger ©

Son­ntag 10. Novem­ber // Nie gehört, den Namen? Wir auch nicht. Bis wir ihn gehört haben, seine Musik. Er: 94 geboren, Kom­pon­ist und Pianist aus Leipzig, Schüler von Michael Woll­ny, da gehen hier alle Ohren auf. Und alle Türen: Rum­sch ist nicht Pop, Rum­sch ist nicht Jazz und auch nicht Elek­tron­ik, Rum­sch ist nicht Klas­sik, Rum­sch ist per­fekt für urban urtyp.

Rei­ht sich müh­e­los ein in die Liste der Piano-Solis­ten, die wir hier schon präsen­tiert haben: Hausch­ka, Gre­gor Schwellen­bach, Car­los Cipa. Und eben Michael Woll­ny

Und er, Philipp, bringt vieles mit: ist ambiva­lent in der Kom­po­si­tion, unab­hängig von kom­merziellen Erwartun­gen, wun­der­bar unberechen­bar. Und das heißt, er ist viel zu eigensin­nig, um sich Weit­er­lesen

#73 Moca

Moca ©

Son­ntag 29. Sep­tem­ber // So was von unzeit­gemäß: ein Album “Wroooooooam” zu nen­nen, dann eines “Tem­po­mat”, und jet­zt  —  Titel des jüng­sten Albums  —  cruisen sie im “Cabri­o­let” durchs Kli­ma. Man hört 3-Zylin­der-Tak­te zu, und mit einem Mal denkt man: was wun­der­bar! Eiswür­fel im Glas, Cock­tail­gläs­er klir­ren, am Him­mel keine Wolke. Das Trio ist ger­ade 18 Jahre jung gewor­den, die Straße frei, also los: Es gibt, wie der Gärt­ner der Lüste über Moca sagte,

keine musikalis­chen Gren­zen, es groovt wie die Hölle.”

Der Sound, der einem so ent­ge­gen flirtet, ist funky und jazzy, ist Latin und Pop. Bre­it­wandi­ge Har­monien, fette Grooves, Down­beat trifft Uptem­po, alles mit leichter Hand gerüt­telt, nicht gerührt, immer entspan­nt und bestens gelaunt. Ein läs­sig ele­gan­ter Elec­tro-Sound, der sich  Weit­er­lesen

Brandt Brauer Frick! ein uu-spezial

Daniel Brandt, Jan Brauer, Paul Frick by Max Parovsky ©

Fre­itag 15. Novem­ber // Klas­sis­che Musik, dachte man so, sei zugeknöpft. Alle Knöpfe perl­mut­tbelegt, das Leben durch­lit­ten. Tech­no, dachte man weit­er, sei schweißtreibend, die Kör­p­er ent­blößt, das Leben ein Rausch. Dann kamen BBF, seit­dem ist Tech­no Klas­sik und die Klas­sik berauscht. Brandt Brauer Frick. Streng wie Kraftwerk, alle Kör­p­er kon­trol­liert, aber dann … ! So etwa war das, als die drei  —  alle klas­sisch gebildet, Paul Frick hat 8 Jahre Kom­po­si­tion studiert  —  vor 10 Jahren im Berghain auf die Bühne trat­en und just dem Tech­no bei­bo­gen, was es mit dem Kör­p­er auf sich hat, dem eige­nen: dass er nicht nur dazu taugt, sich von Musik bewe­gen zu lassen, son­dern sel­ber Musik zu machen. Tech­no, klas­sisch erzeugt. Seit­dem gibt es eine Affäre zwis­chen Tech­no und klas­sis­ch­er Musik. Mit allem, was dazu gehört, Weit­er­lesen

Review Lea W. Frey

urban urtyp-Kubus mit Lea W. Frey & Band by Sabine Hah­ne­feld

Nicht so zugänglich wie eine Kneipe in der Vorstadt, es gibt Pop, der einen in andere Sphären trägt. Bine ist Lea dor­thin gefol­gt. Weit­er­lesen

#72 Lea W. Frey

Lea W Frey und Band ©

Entsch­iedene Entk­itschung, urban urtyp ist Großs­tadt-Pop. Beispiel Lea W. Frey & Band: kühl elek­tri­fiziert, sub­til har­monisch, eine eis­meerk­lare Stimme. Sie singt über Kli­mawan­del und Gen­tri­fizierung und, doch ja, über die Liebe und steigt dabei — klas­sisch geschult — durch 4 Oktaven hin­durch in die Stratosphäre auf. Dor­thin, wo sich der Sound mit dem von Por­tishead vere­inen mag, von Son­ic Youth oder auch mit dem von Can, den alten Kraut­trock­ern. An den Drums sitzt Andi Haberl, im Haupt­beruf spielt er für THE NOTWIST. An den Sait­en der Gitar­ren arbeit­en zwei Jazzer, und die erup­tiv­en Sounds rührt Liz Kosack an, Kün­st­lerin aus New York, sie hat sich im Ambi­ent-Bere­ich einen her­vor­ra­gen­den Namen erspielt. Das Ganze ergibt? Großs­tadt-Pop. Eigen, durch­dacht, urban. Nicht so zugänglich wie eine Kneipe in der Vorstadt, es gibt Pop, der einen in andere Sphären trägt. Weit­er­lesen